Sonntag, 13. Mai 2012

Der Wind unter den Weiden....

...macht vor Gartengrenzen nicht halt!


In den Tontöpfen links keimen die "geklauten" Samen von unseren Elsass-Ferien im letzten Herbst. Ich habe immer wieder im Vorbeigehen an öffentlichen, blumengeschmückten Brunnen ein paar Samenstände abgerissen und sie verstohlen in die Tasche gesteckt...bin sehr gespannt, obs was wird...Die Tontöpfe sind übrigens alle neu...ich habe sie im letzten Sommer mit Naturejoghurt, etwas lehmiger Erde und Moos bestrichen.Innert kurzer Zeit setzen sie dann Patina an..

Aber nun zum "Wind in den Weiden
Vor 4 Jahren habe ich dem Nachbarn zur rechten Seite eine daumendicke, ca. 2m lange Weidenrute in die Hand gedrückt und gefragt ob er einen Baum pflanzen will. 
Lachend fragte er, ob ich das ernst meine...
"aber sicher" lachte ich zurück "innert 2 bis 3 Jahren wird das ein Baum sein" und so hat er die Weidenrute nahe der gemeinsamen Grenze gepflanzt und mit einem Stab gestützt. Es wurd ein Baum.......und was für einer!

in 3 Jahren zum Baum - das schafft nur eine Weide!
Die Weide im späten Abendlicht
Sie wächst mit ihren langen Ästen über die Grenzen, vermittelt zwischen unseren hohen Häusern, bietet Sichtschutz und Privatsphäre, glitzert im Abendlicht und spiegelt sich in Nachbars Teich. Der Wind streicht durch die Weide und ihre Äste wiegen sich hin und her - das Rauschen beruhigt einem ungemein, und mehr als einmal hat man das Gefühl, man ist in den Ferien. Es sitzen unendlich viele Vögel in der Krone, auf der Suche nach Futter für ihre Jungen.
Die Rosen, die ich damals entlang der Grenze gepflanzt habe, müssen wohl bald raus, es wird immer schattiger, unter dem Kugelahorn wachsen ja bereits Schattenstauden, sie stehen den Rosen an Schönheit in nichts nach! Hauptsache der wundervolle Baum bleibt wo er ist - er ist grenzverbindend! Der Draht-Zaun ist übrigens nur da, weil unsere Nachbarn einen Hund haben - und wir Katzen ;-) liebe Nachbarn - an dieser Stelle einen herzlichen Gruss über die Grenze! Wir lieben den Baum auch!
   
Kleiner Sitzplatz auf der Westseite - den Tisch habe ich erst kürzlich im Dr.Flo's Shop (Antikladen) gekauft.

Das Birnenspalier habe ich aus einem ganz gewöhnlichen vieltriebigem 
Obstbaum gezogen... er ist inzwischen über 2.50m gross. 
frischgepflanztes Birnenspalier 2010






Hier eine kleine Zeitreise - es ist gar nicht mal so lange her.....
Am Anfang war nichts - nur Erde....

 

wenn man genau hinschaut, sieht man rechts die dünne Weidenrute im 1.Jahr.
Von Baum noch keine Spur zu sehen.... 

aber schon nach 1 Jahr erreicht der Baum die 4m Marke....
 Im Bild ganz rechts ist eine strauchartig wachsende Weide abgebildet, es könnte sich um eine Purpurweide handeln, genau weiss ich das nicht. Hier im Bild ist sie 1 Jahr alt, ich habe ein ca. 15cm langes Aststück waagrecht auf die Erde gelegt und nur leicht mit Erde zugedeckt (waagrecht deshalb, damit sie buschig und mehrtriebig wächst, der Steckling treibt dann aus mehreren Augen aus)
 Die grössere Weide auf Nachbars Grundstück hat schon keinen Platz mehr auf dem Foto - 
im Bild oben ist die kleinere Weide im 2.Jahr zu sehen, dieselbe, die ich aus dem Steckling gezogen habe. Sie ist nun nach 2 Jahren ebenfalls 4m hoch
Hier Nachbars Weide schon ein stattlicher Baum geworden - von Null auf Baum in 2 Jahren!

Nach 3 Jahren war das hohe Haus der Nachbarn fast komplett verdeckt !
Die Rosen bekommen immer weniger Sonne, inzwischen sind die Äste längst über den Zaun gewachsen. Ich könnte den Baum natürlich auf meiner Seite beschneiden, aber längerfristig müssen die Rosen da doch raus. Ich will keinen einseitig wachsenden Baum, wenn schon, soll er natürlich aussehen. Ich warte dieses Jahr noch ab und entscheide im Herbst.
Kurz darauf bricht bei einem Sturm die Baumkrone entzwei.
Man siehts im Bild unten nicht so richtig, aber die Weide sieht furchtbar aus!
Die Hälfte der Krone ist weg.
 
und das ist aus dem 15cm langen Weidensteckling im 3.Jahr geworden!
Ich mags sie - Nachbars Weide!
Schatten hin oder her - 
so ein Baum erzeugt ein wahnsinniges Raumgefühl!
Ich würde sicherlich nie eine Weide in einen kleinen Reihenhausgarten pflanzen, oder wenn, dann nur als Kopfweide gezogen, die man dann mind. jedes 2.Jahr auf den Kopf zurückschneidet.
Wie jede Weide, kann man natürlich auch diese beschneiden - man muss aber nicht!
Die etwas kleinere Stecklingsweide schneide ich im 2-jahres-Rythmus -
sonst wird sie mir definitiv zu gross. 
Den kleinen Buchsbaum-Stamm habe ich aus einem Steckling gezogen. Sobald er angewachsen ist (ich habe ihn an einer halbschattigen Stelle ausgepflanzt, da ich manchmal "vergesse" meine Topfpflanzen zu giessen..da ist auspflanzen die sicherere Alternative) kann man langsam von unten beginnend die Triebe abschneiden.
Bei der gewünschten Endhöhe wird die Krone, resp. der Haupttrieb abgeschnitten, dann verzweigt sich das Bäumchen gut. Nun im 2.Jahr ist er mir auch "schön" genug, sodass ich ihn ausgegraben und eingetopft habe, das Sternmoos lässt es schön eingewachsen aussehen. Sternmoos versamt sich bei mir ja in den Kieswegen - so habe ich immer genug Vorrat....
dasselbe funktioniert auch bei Thuja etc. man kauft eine eintriebige!!! Pflanze
und schneidet den Stamm frei. Innert kurzer Zeit hat man ein Formgehölz.

Liebe Grüsse und einen schönen Muttertag
wünscht Euch
Carmen

Samstag, 12. Mai 2012

DIY - Eames House Bird

Schon lange gefiel mir der schwarze  "Eames House Bird" der durch das Designer-Ehepaar Ray & Charles Eames berühmt geworden war.
Doch der stolze Preis hielt mich davon ab, nur für Deko soviel zu bezahlen...
 
Wie so oft heisst es "Do-it-yourself" , um zum gewünschten Dekostück zu kommen -  
und bei dem Einen ist es nicht geblieben. 

Ursprünglich wollte ich sie ja schwarz bemalen oder gleich mit einem buntem Muster.
Doch als ich sie nach ein paar Tagen Trocknungszeit probeweise aufstellte, gefielen sie mir in weiss immer besser....falls es mich dann überkommt, sind die drei Vögel innert kürzester Zeit bemalt!
Ich warte vorerst ab...



Material:
lufthärtende Knetmasse
Schaschlik oder andere Holzspiesse
Knetzubehör, Messer, Unterlage
Augen Ø 4 oder 6mm
Vorlage (z.B Eames House Bird)
Zeit pro Vogel ca. 15Min.


Anleitung:
Zuerst formt man einen Kegel, der am Schwanz immer dünner wird.
Dann arbeitet man die Grundform mit Kopf heraus (mit den Fingern).
Die House Bird-Vorlage hatte ich auf dem IPad immer eingeblendet.
Falls die Form nicht stimmt, mit einzelnen Knetkugeln (z.B bei den Flügeln) ergänzen und sauber verstreichen. Die Form immer wieder von allen Seiten kontrollieren.
Am Schluss werden Falten und Risse mit Wasser verstrichen.
Es sind keine perfekten Vögel geworden, aber das müssen sie auch nicht sein - hauptsache es sind meine! ;-)
Für die Augen habe ich winzige schwarze Knopfaugen Ø 4 und 6mm verwendet und sie einfach in die Knetmasse gedrückt. Die Beine sind aus ca. 6-8cm langen Schaschlikspiessen geschnitten. Je nach Vogelgrösse müssen diese angepasst werden, auch der Neigungswinkel der Beine muss individuell angepasst werden, falsch platzierte Beine kann immer noch umstecken und die Löcher wieder verstreichen.
Je nach Grösse mind. eine Woche trocknen lassen, dabei immer wieder wenden, damit sie von allen Seiten gut durchtrocknen. Zum Schluss bemalen - und Freude haben!


Was man noch alles aus Knetmasse basteln kann, seht ihr hier :

Das Bild ist zwar schon 5 Jahre alt, aber ich habe immer noch Freude daran. Die Blütenblätter habe ich hier mit Schubi-Mehl geformt, das trockene Material ist viel leichter als Knetmasse.

Geformt habe ich die Blüte liegend auf einer weissbeschichteten Spanplatte (50x50cm)
Man beginnt mit den grössten Blütenblättern aussen (Kreisdurchmesser fein mit Bleistift vorzeichnen) und arbeitet sich dann nach innen vor, dabei werden es immer mehr und kleinere Blüten.
Die Trockenzeit war hier einiges länger (mehrere Wochen) danach musste ich zuerst alle Blütenteile die sich beim Trocknen gelöst haben, mit Heisskleber anleimen. Später wurde mit weisser Sprühfarbe alles angesprayt. Zeit für die Blüte ca. 2 Std. - gut! durchtrocknen lassen (3 Wochen oder länger je nach Grösse)


viel Spass beim Kneten und liebe Grüsse
Carmen

Dienstag, 8. Mai 2012

Heute gibts Omeletts...


 

Omelettentage sind glückliche Tage! Mögen Eure Kinder das auch so sehr?
Bei uns läuft das immer so....Mittags um 12:04 Uhr..(oder Minuten später, 
je nachdem was man auf dem Nachhauseweg noch alles so entdeckt hat)

...die Tür fliegt auf 
"Mamiiii, was gibts? Wir haben soooooo Hunger!"
*schnupper,schnupper*
wie immer die Kleider und Schuhe nur hinschmeissend und dann laut rufend:
Es riecht nach Omeletten,jupiiieee! 
Mutti (kochend)..."und heute essen wir draussen!"
"Ähh...aber erst die Schuhe und Jacken.....
...ACH, IHR WISST SCHON...." *seufz*
 


... ich hab wieder mehr Zeit für mich - merkt man's?

Das Negative an Selbstständigsein ist , dass immer alles auf einmal kommt, dann gibts dann auch gerne 50 bis 60 Stunden-Wochen am PC. Und dann gibts wieder Tage, wo man in der Warteschleife sitzt und die freie Zeit einfach geniessen kann, wobei "freie Zeit" relativ ist...denn dann muss der Haushalt auf Vordermann gebracht werden, im Garten gewerkelt und alles liegengebliebene erledigt werden.
und doch, 
es bleibt freie Zeit...
wenigstens ein bisschen...

zum Beispiel um mit der Kamera durch den Garten zu streifen!



Ich werde immer wieder angeschrieben und gefragt, wie ich das denn alles schaffe...
Haushalt, Kinder, Tiere, Basteln, Häkeln, Job und Garten...

Tja, wie schafft sie das nur?
auch wenn im Blog immer schöne Bilder sind - das heisst noch lange nicht, dass immer alles perfekt ist. Ich habe Schmuddelecken im Garten die ich liebend gerne wegzaubern würde...und da ich kein Gift spritze, sind die Wege halt auch mal grün statt gejätet..und die Kinder lassen alles irgendwo rumliegen, im Sandkasten sieht es nach richtigem Kinderspiel aus, der Sand ist entweder halb in den Beeten verteilt oder alles steht unter Wasser und ist eine riesengrosse Matschbaustelle,  "Frau" sucht ständig ihre Gartenscheren- und Geräte, wobei erstere irgendwann verrostet wieder auftauchen (z.B im Kompost oder in einer Blumenrabatte wo man erst im Frühjahr beim Staudenschnitt wieder nackte Erde sieht...), hey, aber wenigstens das mit den Gartenscheren habe ich nun unter Kontrolle, sie sind nun in einer alten Holzkiste gelagert, die ich an die Aussenwand geschraubt habe) ..ABER...die Kieswege sind immer noch nicht aufgefüllt und das Holz meines Mannes liegt nicht nur überall rum, sondern er verteilt beim Sägen überall Holzspäne, dessen Staub dann auf den Fenstern, Wegen und Pflanzen liegenbleibt. Der Carport muss immer als Abstellkammer für Plunder herhalten, den man eigentlich schon lange entsorgen wollte und auf der Veranda stehen vergessene Schuhe von den Kindern und meinem Mann rum  *räusper* und natürlich auch von mir! Doch wer guckt denn schon ständig auf den Boden? 
 
Das Unperfekte heisst im Fachjargon:
"das wahre Leben"


Ein Bild der Omeletten-Küche DANACH erspar ich euch - 
es sieht genauso aus, wie bei allen!

Und den Frühlingsputz habe ich auch schon hinter mir! ;-)

Bildquelle: "EVA" Grdjic von Jaermann/Schaad - meine absoluten Lieblings-Comics...

Liebe Grüsse 
Carmen


Montag, 7. Mai 2012

laue Nächte im Gartenbett


Die regenfreien Nächte verbringen wir nun schon seit 2 Wochen abwechselnd draussen im Gartenbett.
Nach dem langen Winter muss man sich erst wieder an die Geräusche der Nacht gewöhnen.
Das Zwitschern der Vögel verstummt nach und nach und wird vom Ruf des Käuzchens abgelöst. 
Da ist das Rascheln des Igels, der unter der Veranda hochkriecht um nach Futter zu suchen und laut schnaufend und schmatzend über den Rasen wackelt, da ist das nahe Heulen der Füchse, der Wind, der übers Gesicht streift und die rauschenden Baumwipfel. Eine Fledermaus segelt im schnellen Flug um die Silberweide und der Mond scheint direkt ins Gesicht.... 


....und man hört nur zu - den Geräuschen der Nacht. 

Ab und zu kreuzt ein blinkendes Flugzeug die nachtschwarzen Himmelsbahnen.
Ein Sprung, und schon liegt eine Katze auf der Decke und kuschelt sich ein.....schwer wie Blei liegt sie auf den Füssen. Ich schliesse die Augen und höre bald darauf ein Schnurren.
Was für ein wohliges Gefühl.....und dann schlaf auch ich ein....







 




Donnerstag, 26. April 2012

Ein Tag in Bildern

Nach dem Frühstück vier grosse Fenster geputzt,
danach keine Lust mehr gehabt.
 

1000 Löcher gebohrt...gut, vielleicht warens auch nur 500
also 500 neu zu beziehende luxury-Insect-and-Bee-hotels erstellt.
Neubezug 2012, ostseitige, regengeschützte Lage 
(mein Mann weiss noch nicht, dass sein 
Brennholz einem anderen Zweck zugeführt wurde)

Das Nachttischli aufgeräumt,
 und den Sommerflieder als definitiv erfroren bewertet. 
das grüne Zweiglein im Bild ist ein versehentlich abgerissender Haselzweig...
der Rest ist Trocken wie Zunder und wird heute abend verfeuert.
Um den Sommerflieder ists nicht schade -
er ist ein Neophyt und vermehrt sich unkontrolliert.
Es ist mir ein Rätsel warum er im Handel immer noch erhältlich ist!
 
Ein Weilchen hier gestanden...
 ...und dem Summen der Bienen zugehört....

den Kater beim Meditieren gestört...
 
von der zukünftigen Ernte geträumt...
Löwenzahn aus dem Wiesenherz ausgestochen, 
sie verdrängen sonst die Wildblumen.
Ich frage mich, obs das wirklich bringt in Anbetracht der angrenzenden Weide - 
alles was noch gelb ist, sind potentielle Samenspender.

 
 Klavier gespielt....
mich unterzuckert am Osterhasen des Sohns vergriffen...
Zusammenschiss deswegen kassiert
Essen gekocht 
Kinderhaare geschnitten
(ich schneide meiner Familie schon seit bald 20 Jahren 
die Haare, auch den Schwiegereltern) 
ist gar nicht so schwer, auch wenn mans nie gelernt hat
das machte schon meine Mutter so...)
Dem Erstklässler erklärt was "Vailken" sind...
Mir 10 Min. mit dem neuen BOESNER-Katalog gegönnt.

schneller Blick auf die Frisur - Bad Hair Day - 
nichts zu machen, ich muss los.
auf der 15minütigen Fahrt die Berge bewundert die heute
zum Greifen nah sind.
45kg Max + Moritz-Fleisch in der Metzgerei abgepackt und vakumiert.
(meine Schwiegereltern mästen jedes Jahr im alten Pferdestall
zwei Schweinchen und sie heissen auch jedes Jahr Max & Moritz, 
gemästet mit besten Kartoffeln, Resten und etwas Bio-Getreide)
Alles sauber und aufgeräumt hinterlassen, 
und beim zurückkommen so angetroffen
die Familie ist schon im Garten
hat Feuer gemacht
den Nachbarn zu Bier und Wurst eingeladen
Gartenbett aufgestellt und 
gleich in Beschlag genommen
Wurst gegessen und dem 
Kater klargemacht
dass man nicht teilen will
 einen Abendrundgang durch den Garten
gemacht und den warmen Wind in 
den Haaren gespürt....
die Fledermaus entdeckt die um die Silberweide schwirrt
den Abendhimmel beobachtet
draussen im nächtlichen Garten 
mit meiner Mutter telefoniert.



Gute Nacht!
Carmen